Ein digitaler Dorfplatz ist nur so aktiv wie die Gemeinde selbst. Dies war auch den Verantwortlichen der Aargauer Gemeinde Abtwil bewusst. So stellte eine Projektgruppe um Gemeinderat Roland Hodel kurzum ein Konzept über fünf Phasen auf. Das Resultat: Nach sechs Wochen waren bereits 20% der Bevölkerung Teil einer lebendigen Einwohner-App – und die Aktivitäten nehmen ständig zu.

Roland Hodel ist Gemeinderat und Projektverantwortlicher für die Crossiety-App in der Aargauer Gemeinde Abtwil. Der 54-Jährige hat sich fest zum Ziel genommen, dem vermeintlichen Image der kleinen Bauerngemeinde ein Ende zu setzen und im Freiamt als Vorbild voranzugehen: «Ein grosser Teil im Standortmarketing ist Kommunikation. Als wir vom Angebot von Crossiety hörten, war uns schnell klar: Das brauchen wir! Eine innovative Kommunikationsplattform, welche nach Aussen und gegen Innen funktioniert.»

Regelmässige Treffen als Grundlage zum Erfolg

Der Entscheid, die Einwohner-App einzuführen, ging demnach schnell über die Bühne. Für die darauffolgende Umsetzung nahm sich das Standortförderung-Team dem Projekt an. Zu fünft sind sie unter der Leitung von Hodel dafür verantwortlich, dass die Aktivität auf dem digitalen Dorfplatz stets hoch bleibt. «Es ist elementar, dass wir eine Gruppe von fünf Personen sind», sagt Hodel. «Wenn du alleine bist und gerade keine Ideen mehr hast, versandet das Projekt.» Dies passiere in einer Fünfergruppe nicht. Zudem sei das Engagement ja kein Müssen, sondern ein Dürfen, ergänzt der engagierte Gemeinderat: «Es ist äusserst interessant, sich für das Zusammenleben einzusetzen.»

In zu Beginn wöchentlichen Treffen überlegte sich die Gruppe Massnahmen zur Lancierung. Gemeinsam mit den zahlreichen Vorlagen und Materialien des Crossiety-Teams stand schnell ein ganzes Marketing-Set zusammen, um die Bevölkerung auf den digitalen Dorfplatz aufmerksam zu machen. Darunter sind auch mobile Bildschrime, welche in der Gemeinde mithilfe eines interaktiven Flyers den Mehrwert der neuen Plattform aufzeigen.

Für die initiale Lancierung war damit alles bereit. Doch dies genügte Hodel und seinem Team nicht: «Die Anfangseuphorie ist schnell verflogen und die Aufmerksamkeit so schnell wieder weg, wie sie gekommen ist.» Dieser Gedanke war die Geburtsstunde des Fünf-Phasen-Konzepts. Das Ziel: Jedes Mal, wenn die Kurve abflacht, kommt die nächste Phase zum Zug. «So halten wir das Interesse der Bevölkerung stets hoch und können immer wieder neue Zielgruppen ansprechen.»

Das Fünf-Phasen-Konzept

Für eine kontinuierliche Aktivierung des digitalen Dorfplatzes hat die Gemeinde Abtwil fünf Zielgruppen definiert. Der Grundgedanke ist einfach: Statt das ganze Pulver auf einmal zu verschiessen, geht man phasenweise verschiedene Gruppierungen an. 

Im Falle von Abtwil sind dies Vereine, das Gewerbe, Senior*innen, Schulen und eine Gruppe für Mitfahrgelegenheiten. «Wir haben pro Zielgruppe ein eigenes Konzept. Wenn die Kurve der Neuanmeldungen abflacht, kommt das nächste Konzept zum Zug», erklärt Hodel. Die Zielgruppen dienen zudem als Multiplikatoren, um die verschiedenen Generationen abzuholen.

Vereine
Bereits vor der offiziellen Lancierung wurden die Vereine angegangen. Doch statt diese einfach zu informieren, lud das Projektteam an einem Samstag alle Vereine in kleinen Gruppen zu einer individuellen Schulung ein. Offene und kritische Fragen konnten die Vereinsverantwortlichen im Vorfeld eingeben und die Gruppen auf Crossiety wurden bereits vorbereitet. (Übersicht Vorteile für Vereine)

Gewerbe
Nach der offiziellen Lancierung und der Information an die Bevölkerung wurde das Gewerbe eingeladen. Das Vorgehen war dasselbe: Gruppen wurden erstellt, die Verantwortlichen eingeladen, Fragen beantwortet und der Mehrwert vorgestellt. «Der Anklang bei den Vereinen war etwas grösser, wobei das Gewerbe in einem zweiten Schritt sicherlich nachziehen wird», stellt Hodel fest. (Übersicht Vorteile für Unternehmen)

Senior*innen
Für die Seniorinnen und Senioren wird eine Gruppe «Perlen aus alter Zeit» eröffnet. «Viele in Abtwil wissen zahlreiche Geschichten zu erzählen. Diese wollen wir aufschreiben und mit Bildern aus dem Archiv ergänzen.» Hodel berichtet bereits von einem Erfolgsbeispiel, wie eine solche Geschichte bei einem 1. August-Event grossen Anklang gefunden hat. Bemerkenswert war auch der Anklang bei der jüngeren Generation. «Dies möchten wir nun wieder aufgreifen und als Vorlage für die neue Rubrik nehmen.» (Übersicht Vorteile für Einwohner*innen)

Schulen
Um auch die jungen Menschen auf die App zu holen, werden die Schulen involviert. Über den digitalen Dorfplatz soll die Schule über geplante Events und wichtige Neuigkeiten informieren. In der Gruppe selbst können die Lehrpersonen und Schulverantwortlichen mit den Eltern und Jugendlichen kommunizieren und sich organisieren. «Wir sind in der Schule vorbeigegangen und haben gleich an konkreten Beispielen, wie einer Schulreise, aufgezeigt, wie die Plattform genutzt werden kann.» Das Feedback war sehr positiv, wie Hodel erzählt.

Fahrgemeinschaft
Als letztes wird ein generelles Projekt über Crossiety abgewickelt. Die Gemeinde hat die Idee eines «Wartebänkli», das dazu dienen soll, Fahrgemeinschaften zu bilden. «Mit Crossiety haben wir nun die Möglichkeit, mithilfe einer Gruppe die Fahrgemeinschaften auch online zu organisieren.»

Wollen Sie mehr zum Konzept von Abtwil erfahren und weitere Informationen zum digitalen Dorfplatz erhalten? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Gerne leiten wir Sie an die entsprechende Stelle weiter und senden Ihnen die gewünschten Unterlagen zu.

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